Moritz Netenjakob: „Mit Kant-Zitaten zum Orgasmus“

27. April 2017      20 Uhr

 

Er kommt aus der Hochburg des rheinischen Humors. Er schreibt seit zwanzig Jahren die Texte für die Größen der Comedy-Zunft von Anke Engelke bis Didi Hallervorden. Er hat ein neues Bühnenprogramm:
Der intellektuelle Spaßmacher Moritz Netenjakob. Spielend gelingt es ihm, exakte Alltagsbeobachtungen und beißende Satire zu einem Panoptikum deutscher Befindlichkeiten zu verweben.

 

Netenjakobs Soloprogramm? Mitnichten. Es treten auf ein türkischer Fabrikant, der an deutschen DIN-Normen verzweifelt. Ein deutscher Filmproduzent, der die Titanic nicht sinken lassen will; Udo Lindenberg, Jan Delay, Herbert Grönemeyer kämpfen gegen ein Ufo und und und. Dabei kommt dem Kölner sein außerordentliches Talent als Stimmen-Imitator zu Gute. Auch vergleicht er deutsches und südliches Flirtverhalten (seine Frau ist Türkin), schickt Dorfbewohner in modernes Theater und zeigt, wie sich ein Lehrer-Ehepaar beim erotischen Rollenspiel in der eigenen Political Correctness verheddert. Das ist feinste Gesellschafts-Satire.

 

Westfälische Rundschau: „Alle restlos begeistert“

 

 

 

 

 

Jürgen Becker: „Volksbegehren“

23. Mai 2017      20 Uhr

 

Nach diesem Parforce-Ritt durch die Kulturgeschichte der Fortpflanzung wissen Sie genau Bescheid über das, was Sie schon immer wissen wollten. „Becker der Entdecker“ (wie eine WDR-Serie mal hieß) hat uns schon auf den Dritten Bildungsweg geschickt, in die Kunstgeschichte eingeführt, hat uns den rheinischen Kapitalismus und die Religionen der Welt erklärt. Nun also Liebe, Lust und Leidenschaft. Der „Mitternachtsspitzen“ – Chef widmet sich dem, was ihm als Kölner alles andere als heilig ist: Religion und Sex. Natürlich mit einem philosophischen Blick durchs Schlüsselloch –so wie wir das von ihm kennen: Mal feinsinnig, mal derb aber immer mit einem Augenzwinkern. Und wie immer hat er natürlich messerscharf recherchiert.

 

Das Mysterium Fortpflanzung beginnt bei Adam und Eva und endet im hier und heute. Sex ist Thema Nummer eins. Das gilt in der Tier- und Pflanzenwelt genauso wie bei Menschen, Göttern, in Kunst, Literatur oder Religion. Und doch ist das Thema oft mit Peinlichkeit oder Scham belegt.
Jürgen Becker fragt sich, kann Religion diese Scham erklären? Schließlich hat Kirchenvater Augustinus schon postuliert, daß Sex ausschließlich der Fortpflanzung und nicht dem Spaß zu dienen hätte.

 

Mit rheinischer Toleranz beleuchtet der Kölner die wichtigste Nebensache der Welt - immer tiefgründig, nie oberflächlich. Begleitend dazu zeigt er die Zeugnisse der Kunstwelt aller Epochen zu diesem Thema. Von Rembrandt über Courbet bis Magritte. Jürgen Becker, das ist allerfeinste Unterhaltung mit intellektuellem Tiefgang.

 

…und hinterher spendiert er jedem Zuschauer ein Kölsch.

 

 

 

 

 

Die Schlampampen: „Damenwahl“

23. Juni 2017      20 Uhr

 

Das gab es noch nicht: Acht (!) Damen in den besten Jahren proben den Aufstand. Gequetscht in hautenge, quietschbunte Schlauchkleider trotzen sie Winterspeck und Schwerkraft. Ob als wilde Witwen oder hehre Walküren, sie wissen und zelebrieren warum es gut ist, ein Frau zu sein. Selbstironisch und oft bissig nehmen sie den weiblichen Alltag aufs Korn und führen wissend durch das pralle Frauenleben.

 

Sie wissen, wann am Beckenrand der Bauchweg-Einteiler zum Einsatz kommen muss und kämpfen doch am Wühltisch um den knappsten String-Tanga. Sie entscheiden sich für Tupper oder Tango und nehmen ihre Hitzewellen als „Sauna to go“. Auch wenn der Minirock kneift, die Stilettos drücken, der Hormonspiegel tiefer gelegt ist, die Damen aus dem Ruhrpott mögen es nicht nur heiß sondern auch schräg. Umwerfend ihr Kleiderbügel-Ballett. Originell ihre Abwandlungen bekannter Schlager. Beeindruckend ihre rasante Wandlungsfähigkeit.

 

Seit zwanzig Jahre stehen die acht Schlampampen zusammen auf der Bühne und wirken immer noch taufrisch wie der junge Frühling mit ihrem immensen Einfallsreichtum und ihrer umwerfenden Situationskomik. Ein brodelnder Hexenkessel!

 

 

 

Stefan Waghubinger: „Außergewöhnliche Belastungen“

27. Juli 2017      20 Uhr

 

Der Österreicher Waghubinger lebt seit dreißig Jahren in Deutschland. Vielleicht betreibt er deshalb das typisch österreichische Granteln und Jammern mit deutscher Gründlichkeit. Als studierter Theologe hat er sowohl im Diesseits wie auch im Jenseits den Durchblick, der ihm allerdings bei seiner Steuererklärung restlos fehlt. So treiben ihn die vielen Formulare nicht nur zur Verzweiflung sondern auch zu so manch apokalyptischen Visionen.

 

Von seiner Steuerklärung schweift er ab, schweift tief ab in Erinnerungen an die Oma, an die Mama, die immer da ist im Gegensatz zur Angetrauten, die ihn schändlich verlassen hat. An die kratzige Wolljacke, die ihm die Mama zu Weihnachten gestrickt hat, als er ein Bub war. An die Raumschiff Enterprise-Zukunft, die noch schwarzweiß erschien. An den Holzofen, mit dem in der österreichischen Provinz das Badewasser angeheizt wurde. An seine erste Liebe, seine erste Lüge. Er denkt an seine Zwiesprachen mit Gott: „Du gibst uns Verstand und Religion, aber beides zusammen dürfen wir nicht gebrauchen“ und „Es ist wie in einer Beziehung – ich bin da, du bist da, wir wissen nicht warum, aber es muß mal was gewesen sein“.

 

Stefan Waghubingers meilenweite Gedankensprünge sind melancholisch und komisch zugleich, zynisch und geistreich und doch warmherzig. In klugen Abwandlungen verknüpft er feine Fäden, die sich durchs Programm ziehen und am Ende alle zusammenlaufen.

 

„Stefan Waghubinger jammert auf höchstem (Bildungs-) Niveau; theologisch versiert, zelebriert er seine schwarze Messe“. sagt Ottfried Fischer.

 

 

 

Christoph Sieber: „Hoffnungslos optimistisch“

1. September 2017      20 Uhr

 

Nichts für Schenkelklopfer! Mit großer Leidenschaft und einer gehörigen Portion Empörung rüttelt hier einer an den Grundfesten unserer Existenz: Christoph Sieber. In der Tradition von Dieter Hildebrandt und Georg Schramm bietet er die temporeiche Analyse einer Gesellschaft, in der der Einzelne nur noch zum Abnicken taugt.

Als Stimme des jungen Kabaretts prangert er die herrschenden Zustände an – singt, tanzt, flüstert, brüllt an gegen Verschwendung und Trägheit und scheut auch nicht davor zurück, den Zuschauer in die Verantwortung zu nehmen. Sein Galgenhumor ist dabei Garant für grandios komische oft zwerchfellerschütternde Unterhaltung. Durch seine einzigartige Bandbreite von inhaltlichen und stilistischen Finessen gelingt es ihm, blitzschnell von bissigem Witz auf brutalen Ernst umzuschalten.

Der gebürtige Schwabe Sieber, bekannt aus der Serie „Mann,Sieber!“ und vielen anderen Kabarett-Sendungen ist Träger des renommierten Deutschen Kleinkunst-Preises. Mit seinem neuen Programm ist ihm ein Coup der Extraklasse gelungen. „Ein genialer Wachrüttler“ (Hess. Nieders. Allgemeine)