Luise Kinseher: "Ruhe bewahren!"

5. Oktober 2016      20 Uhr

 

Kaum einer kennt sie nicht, die Nockherberg-Bavaria, die Jahr für Jahr die Politprominenz in Grund und Boden stampft. Auch in ihrem neuen Bühnenprogramm zeigt sie sich nicht gerade von der zimperlichen  Seite. Luise Kinseher, die bayerische Vollblut-Kabarettistin mit einem Master in Germanistik geht wieder aufs Ganze. In ihrer unnachahmlichen Art präsentiert sie ihr fulminantes  Figurenszenario und schöpft dabei aus dem prallen Leben.  
         
Ob Frau Frieses Dialog über ihren dementen Mann mit dem Gutachter der Pflegeversicherung  oder der Frust der alkoholisierten Hausfrau im Morgenrock oder das Warten der  lasziven Dame auf ein Abenteuer – Luise Kinseher weiß allzu gut um die menschlichen Schwächen. „Es gibt wirklich Männer, die taugen nur für eine Nacht!“  Meisterhaft drückt die Erzkomödiantin den Protagonisten ihres Programms ihren Stempel auf.
          
Der allgegenwärtigen Hetze des Alltags setzt sie ihr „Ruhe bewahren“ entgegen. Diese Notfall-Anweisung aus einem Lift hat sie zu ihrem Programm inspiriert.  Aber so einfach geht das nicht, wie sie überzeugend klar macht. Typisch Kinseher eben.

 

 

 

 

 

Detlev Schönauer: "Oma ist jetzt bei Facebook"

9. November 2016      20 Uhr

 

Er macht sich so seine Gedanken, der Diplom-Physiker und Kirchenmusiker Schönauer. Dass man beim Klassentreffen so langsam an einen Tisch für vier Personen denken muß, daß man einen Rollator mit Smartphone-Halterung und Navi entwickeln müsste oder daß es nicht mehr lange dauert, bis auch Opa und Oma Kevin und Vanessa heißen.
Passend zum Thema sein Song: „Deutschland sucht den grauen Star“.
Aber der Altmeister stimmt nicht nur Nachdenkliches an, sondern begeistert mit seinen unnachahmlichen Dialekt-Parodien von Schwyzerdütsch, Schwäbisch und Hessisch bis Norddeutsch. Scott McKenzies Song „San Francisco“ in Mundart ist einfach umwerfend. Und wenn er am Klavier eine Altenheim-Party inszeniert bleibt kein Auge trocken.
         
Mit dem ihm eigenen „französelnden Charme“ und seinem hintergründigen Humor trifft er den Nerv der Zeit – plaudert von der bei Facebook postenden Oma, von Smartphone-Beicht-Apps bei denen sich der „Sündenpool“ öffnet, von Altersgenossen auf Kreuzfahrten und gewinnt selbst der gegenwärtigen politischen Lage noch so manch Irrwitziges ab.
Mit vielen Kabarett-Preisen wurde der Mann mit der Baskenmütze schon bedacht. Mit seinem neuen Programm hat er einen Volltreffer gelandet. Witzig, klug, poetisch, frech und hochmusikalisch.

 

 

 

 

 

Jürgen B. Hausmann: "Weihnachtsspecial"

12. Dezember 2016      20 Uhr

 

Im wirklichen Leben heißt der Lehrer für Latein, Griechisch und Geschichte Jürgen Beckers; als Kabarettist nennt er sich Jürgen B. Hausmann und die rheinischen Karnevalisten lieben ihn als „Ne Hausmann“. Und als Hausmann wirft er seinen liebevoll-ironischen Blick in Wohnzimmer, Nachbarsgärten oder Vereinsheime. Beckers alias Hausmann gelingt es, mit seiner rheinischen Frohnatur die Komik des Alltags derart treffend einzufangen, dass kein Auge trocken bleibt. Dank seiner ausgezeichneten Beobachtungsgabe verwandelt er alltägliche Situationen in schreiend komische und groteske Geschichten.

Ein gefundenes Fressen ist für ihn natürlich das Weihnachtsfest, das mal wieder völlig überraschend vor der Türe steht. Genüsslich breitet er sich aus über Adventssingen, Plätzchen backen, Baumkauf oder Weihnachtsgans und weiß zwischen Weihnachtsfeiern und Krippenspielen Haarsträubendes zu erzählen.
Es wird sich wohl der eine oder andere wiedererkennen…

Ein herrlicher Spaß!

 

 

 

 

 

H.G. Butzko: „Menschliche Intelligenz“

12. Januar 2017      20 Uhr


Kahle Bühne, Mikro in der Hand, Kappe auf dem Kopf. So präsentiert sich der Gelsenkirchener Satiriker H.G. Butzko, aufgewachsen gegenüber dem Stadion. „Ich bin der lebende Beweis, daß man aus Gelsenkirchen kommen und auch noch anderes als Fußball im Kopf haben kann“. Dass dem so ist, weiß man spätestens nachdem er den begehrten Deutschen Kleinkunstpreis bekommen hat. Mit analytischer Schärfe stellt er hochkomplexe Sachverhalte aus Politik, Wirtschafts- und Finanzwelt dar; stets tagesaktuell macht er seinem Ruf als „Meister des investigativen Kabaretts“ alle Ehre. Seine Argumente sind nicht immer bequem, aber dafür logisch statt ideologisch. Manchen spricht er dabei ins Gewissen, vielen aus der Seele, doch vor allem immer Klartext.
 

Mit seiner Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang, Provokation und Polemik, Philosophie und Witz gelingt es ihm, das Komische in den Katastrophen des Lebens und der Welt zu entdecken. Nicht von ungefähr nennt man Butzko den „Hirnschrittmacher des deutschen Kabaretts“.
 

Er selbst sagt von sich: Ich habe 25 Jahre im Ruhrpott gelebt. Meine Sprache, meine Mentalität, meine Perspektive, meine Denkarbeit ist von dieser Malocher-Gegend geprägt.
 

Die Mainzer Allgemeine Zeitung: „Ein raffinierter Kreuz- und Querdenker“.