Ingo Appelt: "Besser ist besser!"

2. Juni 2016      20 Uhr


Sie wissen was auf Sie zukommt? Genau! Der Terminator der Comedy-Szene nimmt kein Blatt vor den Mund. Getreu seinem Motto „Ganz ohne Sauereien geht es nicht“, fasst er Themen an, die andere beschämt links liegen lassen. Männer sind für Ingo Appelt von vorne herein eine zivilisatorische Katastrophe. Als primitiv und aggressiv geißelt er sie. „Der Mann muß ganz neu auf das Leben eingestellt werden“. Also ist ein Männer-Resozialisierungsprogramm angesagt. Wer könnte ein solches besser durchführen als der Mann aus dem Ruhrpott? Hart und heftig geht er zur Sache und es funktioniert: Die Männer sind aufgeschreckt. Der Verlust von Überlegenheitsgefühlen ist die eine schmerzliche Erfahrung, die andere ist, in vielen Disziplinen von den Frauen überholt zu werden. Appelts Lebensschule zeigt Wirkung, sehr zur Freude des „schwachen Geschlechts“

Auf die drängensten Fragen und Ungereimtheiten des täglichen Zusammenlebens bietet Appelt überraschende Lösungen an, wobei er wie gewohnt nichts und niemanden schont. Dabei stellt er mal wieder unter Beweis, daß man mit Nettigkeiten nicht besonders weit kommt. Merke: Appelt ist nichts für Moral-Apostel!

 

 

 

 

 

Weibsbilder: "Unbemannt – wir sind übrig"

20. Juli 2016      20 Uhr


Politisch unkorrekt, frauenfeindlich, sexistisch – so würde man einen Mann einstufen, wenn er die Gags der Weibsbilder vortragen würde. Anke Brausch und Claudia Thiel nehmen die holde Weiblichkeit hart ran, als Frauen dürfen sie das.
Die beiden wollen ihr Leben nicht länger als Restposten fristen, sie haben genug Frösche geküsst, aber es war partout kein Prinz dabei. „Wie kann es sein, dass russische Raumstationen bemannt sind und wir nicht?“
Spitzzüngig, sehr direkt und witzig nehmen die Weibsbilder hemmungslos und mitten aus dem Leben gegriffen die Klischees der Single-Frau aufs Korn. Mit intelligenten Lästereien gehen sie auf Männerfang und sind genau die Frauen, vor denen Väter ihre Söhne warnen: Selbstbewußt, schlagfertig und gelegentlich bitterböse.
Zwischen Derbheit und Charme schießen Brausch und Thiel ihre Satire-Pfeile auf die Artgenossinnen und geben tiefe Einblicke in die weibliche Psyche.
Dazu schlüpft das Duo in etliche schräge Figuren und punktet mit beachtlichen schauspielerischen und gesanglichen Fähigkeiten.
Ein echter Comedy-Knaller!

 

 

 

 

 

Leipziger Pfeffermühle: "Glaube, Liebe, Selbstanzeige"

13. September 2016      20 Uhr


Seit mehr als sechzig Jahren streut die Leipziger Pfeffermühle ihren scharfen Pfeffer ins politische Zeitgeschehen. Zu DDR-Zeiten befand sich das Ensemble auf ständiger Gratwanderung zwischen eigenem Anspruch und demütigender Zensur. Man musste „zwischen den Zeilen“ agieren. Heute sind hier andere Töne zu hören. Intelligenter Wortwitz, zynischer Spott und scharfzüngige Dialoge lassen die gepfefferte Politsatire zur Höchstform auflaufen.
 

Gnadenlos mahlen die drei Pfeffermüller vor allem gegen die Upperclass aus Politik, Finanzgewerbe und Kriegshandwerk. „Spare in der Schweiz, so hast du in der Not“, lautet das Credo der Steuersünder, die mit ihrer Selbstanzeige glimpflich davonkommen wollen. Denn: Ein Geständnis ist ein Vorgang, mit dem man anderen zuvorkommen will, bevor sie dahinterkommen. So singt denn auch Rebekka Köbernick genüsslich: „Oh, mein Papa war ein großer Finanzmann, oh mein Papa war ein großer Gangster“.
 

Ob mobiles Wohnen im Regional-Express, Paartherapie mit parteipolitischen Vorzeichen, geriatrischer Untergrund, Drohnen-Steuerer Tom aus den USA oder ein Elternabend des absoluten Vertrauens – die Drei aus Leipzig lassen nichts aus. Und Mutti Merkel?
„Gefühlte zwei Ewigkeiten haben wir die Merkel, und dennoch weiß keiner so genau, wen haben wir da eigentlich? Ist es Honeckers späte Rache oder die schwarze Mamba der Politik.“
 

Die Pfeffermühle hat weder an Liebe noch an Glaube gespart im neuen Programm und überhaupt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. So hoffen wir.

 

 

 

 

 

Luise Kinseher: "Ruhe bewahren!"

5. Oktober 2016      20 Uhr

 

Kaum einer kennt sie nicht, die Nockherberg-Bavaria, die Jahr für Jahr die Politprominenz in Grund und Boden stampft. Auch in ihrem neuen Bühnenprogramm zeigt sie sich nicht gerade von der zimperlichen  Seite. Luise Kinseher, die bayerische Vollblut-Kabarettistin mit einem Master in Germanistik geht wieder aufs Ganze. In ihrer unnachahmlichen Art präsentiert sie ihr fulminantes  Figurenszenario und schöpft dabei aus dem prallen Leben.  
         
Ob Frau Frieses Dialog über ihren dementen Mann mit dem Gutachter der Pflegeversicherung  oder der Frust der alkoholisierten Hausfrau im Morgenrock oder das Warten der  lasziven Dame auf ein Abenteuer – Luise Kinseher weiß allzu gut um die menschlichen Schwächen. „Es gibt wirklich Männer, die taugen nur für eine Nacht!“  Meisterhaft drückt die Erzkomödiantin den Protagonisten ihres Programms ihren Stempel auf.
          
Der allgegenwärtigen Hetze des Alltags setzt sie ihr „Ruhe bewahren“ entgegen. Diese Notfall-Anweisung aus einem Lift hat sie zu ihrem Programm inspiriert.  Aber so einfach geht das nicht, wie sie überzeugend klar macht. Typisch Kinseher eben.