Die Schlampampen: „Damenwahl“

23. Juni 2017      20 Uhr

 

Das gab es noch nicht: Acht (!) Damen in den besten Jahren proben den Aufstand. Gequetscht in hautenge, quietschbunte Schlauchkleider trotzen sie Winterspeck und Schwerkraft. Ob als wilde Witwen oder hehre Walküren, sie wissen und zelebrieren warum es gut ist, ein Frau zu sein. Selbstironisch und oft bissig nehmen sie den weiblichen Alltag aufs Korn und führen wissend durch das pralle Frauenleben.

 

Sie wissen, wann am Beckenrand der Bauchweg-Einteiler zum Einsatz kommen muss und kämpfen doch am Wühltisch um den knappsten String-Tanga. Sie entscheiden sich für Tupper oder Tango und nehmen ihre Hitzewellen als „Sauna to go“. Auch wenn der Minirock kneift, die Stilettos drücken, der Hormonspiegel tiefer gelegt ist, die Damen aus dem Ruhrpott mögen es nicht nur heiß sondern auch schräg. Umwerfend ihr Kleiderbügel-Ballett. Originell ihre Abwandlungen bekannter Schlager. Beeindruckend ihre rasante Wandlungsfähigkeit.

 

Seit zwanzig Jahre stehen die acht Schlampampen zusammen auf der Bühne und wirken immer noch taufrisch wie der junge Frühling mit ihrem immensen Einfallsreichtum und ihrer umwerfenden Situationskomik. Ein brodelnder Hexenkessel!

 

 

 

Stefan Waghubinger: „Außergewöhnliche Belastungen“

27. Juli 2017      20 Uhr

 

Der Österreicher Waghubinger lebt seit dreißig Jahren in Deutschland. Vielleicht betreibt er deshalb das typisch österreichische Granteln und Jammern mit deutscher Gründlichkeit. Als studierter Theologe hat er sowohl im Diesseits wie auch im Jenseits den Durchblick, der ihm allerdings bei seiner Steuererklärung restlos fehlt. So treiben ihn die vielen Formulare nicht nur zur Verzweiflung sondern auch zu so manch apokalyptischen Visionen.

 

Von seiner Steuerklärung schweift er ab, schweift tief ab in Erinnerungen an die Oma, an die Mama, die immer da ist im Gegensatz zur Angetrauten, die ihn schändlich verlassen hat. An die kratzige Wolljacke, die ihm die Mama zu Weihnachten gestrickt hat, als er ein Bub war. An die Raumschiff Enterprise-Zukunft, die noch schwarzweiß erschien. An den Holzofen, mit dem in der österreichischen Provinz das Badewasser angeheizt wurde. An seine erste Liebe, seine erste Lüge. Er denkt an seine Zwiesprachen mit Gott: „Du gibst uns Verstand und Religion, aber beides zusammen dürfen wir nicht gebrauchen“ und „Es ist wie in einer Beziehung – ich bin da, du bist da, wir wissen nicht warum, aber es muß mal was gewesen sein“.

 

Stefan Waghubingers meilenweite Gedankensprünge sind melancholisch und komisch zugleich, zynisch und geistreich und doch warmherzig. In klugen Abwandlungen verknüpft er feine Fäden, die sich durchs Programm ziehen und am Ende alle zusammenlaufen.

 

„Stefan Waghubinger jammert auf höchstem (Bildungs-) Niveau; theologisch versiert, zelebriert er seine schwarze Messe“. sagt Ottfried Fischer.

 

 

 

Christoph Sieber: „Hoffnungslos optimistisch“

1. September 2017      20 Uhr

 

Nichts für Schenkelklopfer! Mit großer Leidenschaft und einer gehörigen Portion Empörung rüttelt hier einer an den Grundfesten unserer Existenz: Christoph Sieber. In der Tradition von Dieter Hildebrandt und Georg Schramm bietet er die temporeiche Analyse einer Gesellschaft, in der der Einzelne nur noch zum Abnicken taugt.

Als Stimme des jungen Kabaretts prangert er die herrschenden Zustände an – singt, tanzt, flüstert, brüllt an gegen Verschwendung und Trägheit und scheut auch nicht davor zurück, den Zuschauer in die Verantwortung zu nehmen. Sein Galgenhumor ist dabei Garant für grandios komische oft zwerchfellerschütternde Unterhaltung. Durch seine einzigartige Bandbreite von inhaltlichen und stilistischen Finessen gelingt es ihm, blitzschnell von bissigem Witz auf brutalen Ernst umzuschalten.

Der gebürtige Schwabe Sieber, bekannt aus der Serie „Mann,Sieber!“ und vielen anderen Kabarett-Sendungen ist Träger des renommierten Deutschen Kleinkunst-Preises. Mit seinem neuen Programm ist ihm ein Coup der Extraklasse gelungen. „Ein genialer Wachrüttler“ (Hess. Nieders. Allgemeine)

 

 

 

Die Herkuleskeule: „Ballastrevue“

12. Oktober 2017      20 Uhr

 

Ihr Markenzeichen: Wechselbäder aus purem Vergnügen und grimmiger Provokation. Tabus unbekannt. Das ist die Dresdner Herkuleskeule, politisch-satirisches Kabarett seit über 50 Jahren. Schon zu Mauerzeiten war sie berühmt-berüchtigt für ihre Kritik an herrschenden Verhältnissen. Birgit Schaller, Nancy Spiller, Detlef Nier und Hannes Sell entfachen ein Pointenfeuerwerk, das kein Auge trocken lässt. Hauptsache politisch unkorrekt. Kostprobe: RTL-Zuschauer haben keine Bretter mehr vor dem Kopf sondern Bohlen.
Immer wieder stellen die Dresdner unter Beweis, dass Kabarett keine Frage von Ost und West ist, sondern von Kunst und Können. Witzig, frech und respektlos bescheren die vier Sachsen bissige Unterhaltung und nehmen mit skurriler Komik unsere Gesellschaft aufs Korn. Getreu ihrem Motto: Bei uns kann jeder Volk sein, auch wenn Sie uns nicht folgen können.

Das Geschehen begleiten die Vollblutmusiker Jens Wagner und Volker Fiebig.

Ein Gast schrieb ins Gästebuch:
„Das Programm ist eine Frechheit!“
Antwort Herkuleskeule: „Daran arbeiten wir weiter“.