Geschichte der Loge

 

 

Das Gebäude in der Dr. Alfons-Gamp-Straße Nr. 5 in Bad Kreuznach hat eine interessante Entstehungs- und Baugeschichte. Ursprünglich Sitz der Freimaurerloge, in den 30er Jahren Casino, seit 1969 Teil der Rheuma-Klinik, seit August 2000 im Eigentum der Tourismus- und Marketing GmbH.


Die Mitglieder der 1809 auf Initiative Andreas van Recums gegründeten Freimaurerloge trafen sich zunächst in dem 1834 nach Plänen des Kreisbaumeisters Behr für die Casinogesellschaft errichteten klassizistischen Bauwerk im Gebäude Brückes 1. Heute tagt dort der Stadtrat. Die Gründer der Loge waren seinerzeit zum großen Teil Mitglieder der Casinogesellschaft. Das zweigeschossige, villenartige Gebäude in der Dr. Alfons-Gamp Straße 5 wurde 1925 nach Plänen von Willibald Hamburger, dem damaligen Bauamtsleiter der Diakonie-Anstalten, errichtet. Mit diesem Gebäude schufen sich die Freimaurer ein eigenes repräsentatives Domizil.


 

Das ehemalige Logengebäude ist ein zeittypischer Putzbau mit einem außerordentlich hohen zweigeschossigen, sogenannten "Glockendach". Die Fassade ist durch Seitenrisalite mit Dreiecksgiebeln gegliedert. In der Mitte befindet sich der Eingang, über dem ein "Dreischneuß" (Maßwerkkrone) auf die Bauherren hinweist. Die doppelläufige Freitreppe bildet einen dominanten Blickfang.


 

Auf der Rückseite fallen die Fenster des ehemaligen Bankettsaales auf: In ihnen wird eine barocke Fensterkombination aus einem hohen Rechteckfenster mit einem darüber liegenden Bullauge auf die einfachste geometrische Grundform zurückgeführt. Der rückwärts gelegene große Saal umfasste ursprünglich die Höhe von zwei Geschossen. Seine original erhaltene, vor den Umbaumaßnahmen durch eine Abhängung verborgene Decke ist mit großformatigen Kassetten gegliedert. Durch Herausnahme der Zwischendecke ist jetzt der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt. Die Fenster parallel zu dem neu geschaffenen Freiraum wurden in Absprache mit der Denkmalpflege verlängert. Die in der damaligen Zeit häufiger vorkommende Dachform ergibt sich aus einer besonderen Ausbildung des seit dem Mittelalter bekannten Holzrippentragwerks zu einem wabenartigen Netz, der Zollbau-Lamellen-Konstruktion, genannt auch Zollinger-Bauweise. Das aufgrund seiner Sinngebung wie seiner Form in Bad Kreuznach einmalige Bauwerk ist außen weitgehend original erhalten.